Molekulare Marker zur Krebsfrüherkennung - Follow-up (MoMarFollow)

Projektkürzel: IPA-144-MoMarFollow

Laufzeit: 01/2018 - 12/2020

Beteiligte Kompetenz-Zentren: Molekulare Medizin, Epidemiologie

Deskriptoren: Krebsfrüherkennung, arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren, Gefahrstoffe, Asbest

Ziel:
Follow-up der MoMar-Kohorte zur Ermittlung von Erkrankungen und Todesursachen sowie zur Diagnosesicherung. Nutzung der MoMar-Kohorte für die Validierung weiterer Biomarker und deren Kombinationen (Marker-Panels) zur Früherkennung von asbestassoziierten Mesotheliomen und Lungentumoren. Evaluierung, inwieweit die validierten Marker-Panels in der nachgehenden Vorsorge der UVT und der GVS zur Anwendung kommen könnten.

Ausgangssituation:
Die Zahlen berufsbedingter Krebserkrankungen der Lunge und der Pleura befinden sich trotz Asbestverbot weiterhin auf einem hohen Niveau bzw. steigen weiter an. In 2016 wurden über 1.000 Fälle mit einer anerkannten BK 4105 registriert. Infolge langer Latenzzeiten (20-50 Jahre) sowie Alterseffekten wird z.B. bei Mesotheliomen mit einem Gipfel der Todesfälle um das Jahr 2023 und einer anschließenden, nur langsamen Abnahme gerechnet. Zudem ergab eine Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, dass Asbest in mehr Bauprodukten (Fliesenkleber, Putze, Spachtelmassen usw.) vorkommt, als bisher angenommen. Dadurch könnten durch Abriss-, Renovierungs- und Reparaturarbeiten auch weiterhin Asbestexpositionen stattfinden. Da Tumoren oft in zu späten Stadien entdeckt werden, soll die arbeitsmedizinische Vorsorge von exponierten Versicherten durch neue, nichtbelastende und preiswerte Untersuchungsmethoden verbessert werden. Hier bieten sich Biomarker an, die leicht in Blutproben bestimmt werden können. Eine Erkennung von Tumoren in frühen Stadien würde Therapieerfolge deutlich verbessern. Bisher sind aber noch keine Marker in Bezug auf eine Früherkennung validiert worden.

Studiendesign:
Im Projekt MoMar (Laufzeit 2008-2017) wurde eine große prospektive Kohorte mit 2.767 asbestexponierten Versicherten mit einer anerkannten Asbestose, also einem Hochrisiko-Kollektiv für asbestassoziierte Lungentumoren und Mesotheliome, rekrutiert, die an jährlich angebotenen Untersuchungen teilgenommen haben. Die Kohorte soll noch mindestens zwei Jahre beobachtet werden, um möglichst viele auftretende Krebsfälle mittels Erkrankungs- und Todesursachen-Recherchen zu erfassen. Auch müssen alle noch nicht verifizierten Krebsdiagnosen mittels Aktenrecherchen überprüft werden, damit eine verlässliche Auswertung möglich ist. Es stehen serielle Blutproben aus über 12.000 Untersuchungen bereit. Die erfolgreichen vorläufigen Biomarker-Ergebnisse zeigen, dass einzelne Biomarker zwar die erforderliche hohe Spezifität erreichen, deren Sensitivität aber nicht ausreicht eine ausreichende Zahl an Krebserkrankungen zu entdecken. Vielmehr sind Kombinationen mehrerer Marker in sogenannten Marker-Panels notwendig, um die Krebserkrankungen auch mit hoher Sensitivität zu detektieren. Es werden somit weitere geeignete Biomarker-Kandidaten benötigt, die dann mit der zur Verfügung stehenden, komplettierten MoMar-Kohorte validiert werden können. Dazu werden pro Panel (Mesotheliome bzw. Lungentumoren) bis zu 10 neue Marker entwickelt und statistisch ausgewertet (Sensitivität, Spezifität, Störfaktoren, Entwicklung von Panel-Kombinationen).

 

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